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Suchet der Stadt Bestes und betet für sie zum Herrn (Jeremia 29,7)

Erstmals in der Geschichte der Menschen lebt die Mehrzahl aller Menschen in Städten. Für viele wird der Traum, dass Stadtluft frei macht, zum Alptraum. Mehr ein Überlebenskampf prägt den Alltag mit vielfältigen Abhängigkeiten und Verführungen. Welche Rolle spielen die Kirchen, die Christen in den Städten unser Zeit, deren Wahrzeichen eher die Bankhochhäuser als die Kirchtürme sind?

Der Prophet Jeremia richtete sein Wort an die kleine Zahl jüdischer Menschen im Exil in der Großstadt Babylon, in der niemand etwas vom Gott Israels wissen konnte und wissen wollte. Jeremia schaute sozusagen mit den liebenden Augen Gottes auf Babylon und sah auch hier, in der Fremde, in der gottesfernen Stadt, Gott am Werk.

Gott ist in den Städten zu Hause

In unserer Zeit der Globalisierung und der religiösen Vielfalt in den Metropolen Deutschlands und der Welt gilt dieses Prophetenwort genauso für die Arbeit der Stadtmissionen. Gott ist am Kreuz in die radikale Entfremdung gegangen - er ist auch in unseren Städten zu Hause. Ihm begegnen wir nicht nur in den Kathedralen und an anderen "heiligen Orten", sondern vor allem in unseren "geringsten Schwestern und Brüdern" (Matthäus 25), für die und mit denen Stadtmissionen auf je verschiedene Weise arbeiten.

Wer für unsere Städte und die Menschen in ihnen zum Herrn betet, der arbeitet auch mit an der Verbesserung ihrer Lebensverhältnisse, an mehr Gerechtigkeit, am Wohl der Menschen. Stadtmissionen sind deshalb eine besondere Gestalt von Kirche in den Städten der Gegenwart und Zukunft, äußerst flexibel in ihren Strukturen, aber ganz beharrlich in ihrer doppelten Orientierung: an der Botschaft von Gott in Jesus Christus und an den Menschen, an denen uns der Menschensohn begegnet.